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Abteilung: Literatur

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DadA-Literatur, Dok.-Nr.: DA-L0000238

Fähnders, Walter
Anarchismus und Literatur: Ein vergessenes Kapitel deutscher Literaturgeschichte zwischen 1890 und 1910. - Teilw. Zugl. Osnabrück, Univ., Habil.-Schr., 1985. - Stuttgart: Metzler, 1987. - IX, 261 S.
(Metzler Studienausgabe)
Bemerk.: Ausf. Literaturverzeichnis (Periodika, Literarische und historische Quellen, Erinnerungen und Aufzeichnungen, Literatur- und sozialgeschichtliche Darstellungen), S. 240-256 Namenregister, S. 257-261.
3-476-00622-0

ABSTRACT:
"Wenn Helmut Kreuzer 1968 feststellte, daß die Bedeutung des Anarchismus für die deutsche Literatur bisher kaum erkannt sei, so gilt dies in gewisser Weise bis heute. Zwar liegen inzwischen einige Arbeiten über Gustav Landauer, Erich Mühsam und John Henry Mackay vor, aber die historische, literarische und personelle Struktur von Anarchismus und Literatur ist bis heute nicht umfassend beschrieben worden. Hier setzt die Darstellung von Walter Fähnders an. Sie konzentriert sich zwangsläufig auf einen - allerdings markanten - Zeitraum im deutschen Kaiserreich, auf die Jahrzehnte vor und nach der Jahrhundertwende. Sie beginnt dort, wo die anarchistische Bewegung in Deutschland einen gewissen Aufschwung nimmt und sich auch in der bürgerlich-oppositionellen Literaturbewegung Veränderungen abzeichenen; sie endet mit dem letzten Versuch vor dem Ersten Weltkrieg, mit dem 'Sozialistischen Bund' den Anarchismus auf eine neue organisatorische Basis zu stellen. Dabei zeigt sich, daß die deutsche Literatur zwischen der Überwindung des Naturalismus und dem frühexpressionistischen Aufbruch der Moderne in nicht geringem Maß von anarchistischen Positionen und von der Auseinandersetzung mit dem Anarchismus geprägt ist. Dies ist für die Krisenjahre des Naturalismus wichtig, als dieser sich von der sozialistischen Bewegung entfernt und und individualistischen Positionen unterschiedlichster Herkunft, den Anarchismus in der Stirner-Nachfolge eingeschlossen, bezieht. Dies trifft auch für das weite Feld anarchistischer Agitation und die umfangreiche anarchistische Lyrik von Autoren proletarischer und bürgerlicher Herkunft zu. Überraschende Nahtstellen bestehen zwischen Anarchismus und Décandance, die sich das anarchistische Destruktionsarsenal nicht entgehen ließ. Parallel dazu treten enge Verflechtungen zwischen Anarchismus und Bohèheme zutage. In einem Ausblick erörtert Walter Fähnders die gänzlich veränderten Literaturverhältnisse der 20er und 30er Jahre, in denen verwandte Grundzüge von Anarchismus und ästhetischer Avantgarde thematisiert werden (Benjamin, Caudwell)." (Rückentext) INHALT: I. Anarchismus, Naturalismus und Sozialdemokratie: Die Opposition der Jungen - Zur 'Überwindung des Naturalismus - John Henry Mackay und die 'Anarchisten' - Gustav Landauer, der 'Todesprediger' und der 'Sozialist' / II. Literatur der 'Individuellen Expropriation': Die 'Einbrecher'-Presse von Conrad Fröhlich - Prämissen - Offensive: Individuelle Expropriation - Devensive: Die Opfer - Tabuverletzungen / III. Anarchistische Lyrik: 'Explosionslyrik' von Conrad Fröhlich - Anarchistische und sozialistische Marseillaisen - Der 'erste Sänger der Anarchie': John Henry Mackay - Anarchistische 'Tendenzlyrik': Erich Mühsam - Proletarische, sozialistische und anarchistische Lyrik - Ein 'Internationales Rebellen-Liederbuch' / IV. Anarchismus und Décandance: Das dekadente Syndrom - Décandance und Proletariat - Dekadente 'Assozialität' - Bürgerlich Décandance-Kritik - Sozialistische Décandance-Kritik - Anarchistische Décandance-Rezeption - Dekadente Anarchismus-Rezeption - Kurt Martens: 'Roman aus der Décandance' - Anarchismus und Satanismus bei Stanislaw Przybyszewski - 'Satans Kinder' - Künstler und Terror - Décandance/Bürgertum/Anarchismus / V. Anarchismus und Boheme: Gustav Landauer, Erich Mühsam und die 'Neue Gemeinschaft' - Boheme und Lumpenproletariat - Künstler und Kunst / Anarchismus und Surrealismus bei Benjamin und Caudwell.
[Bearb.: js]

Bearbeitungsstand: 26.03.1992



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