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Abteilung: Literatur

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DadA-Literatur, Dok.-Nr.: DA-L0000435

Kropotkin, Peter
Landwirtschaft, Industrie und Handwerk. - 1. Aufl. - Berlin (W.): Karin Kramer Verlag, 1976. - 292 S., div. Abb.
(Archiv-Reihe)
Bemerk.: Personenregister

ABSTRACT:
Klassiker des Öko-Anarchismus, in dem der russische Wissenschaftler und Begründer des kommunistischen Anarchismus seine "Utopie" einer herrschaftsfreien Gesellschaft entwickelt. Kropotkin geht es hier um die Integration und Vernetzung der drei Wirtschatssektoren, indem er die damals neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Erfindungen in den Dienst freiheitlicher sozialer Strukturen stellte. Lewis Mumford schrieb in "The City in History" über das Buch: "Fast ein halbes Jahrhundert vor dem technischen und ökonomischen Denken unserer Zeit hatte er [Kropotkin] erfaßt, daß die Anpassungsfähigkeit und Anwendbarkeit der Kommunikationsmittel und der elektrischen Energie in Verbindung mit den Möglichkeiten einer intensiven, biodynamischen Landwirtschaft die Grundlagen für eine dezentralisiertere Entwicklung der Städte in Form von kleinen Gemeinschaften geschaffen hatten, welche auf direktem menschlichen Kontakt beruhen und die Vorteile des Landes mit denen der Stadt verbinden ... Kropotkin hatte erkannt, daß die neuen Verkehrs- und Kommunikationsmittel in Verbindung mit den Möglichkeit, elektrische Energie über ein Netz und nicht über einen einzigen Strang zu übertragen, die kleine Gemeinschaft hinsichtlich der Verfügbarkeit der grundlegenden technischen Ausrüstungen mit der vom Erstickungstod bedrohten Metropole auf eine Stufe stellten. Desgleichen konnten die landwirtschaftlichen Tätigkeiten, die einst isoliert und auf ein ökonomisches und kulturelles Niveau reduziert waren, das unter dem der Stadt lag, sich jetzt die Wissenschaft und die kollektive Organisation nutzbar machen, welche nun kein Monopol der Stadt mehr waren; damit wäre auch die traditionelle, deutliche Trennung zwischen Stadt und Land, zwischen Landarbeiter und Industriearbeiter, aufgehoben. (...) Die kleine Gemeinschaft als Grundlage bot für ihn die Möglichkeit eines verantwortungsbewußteren und intensiveren lokalen Lebens, das denjenigen Aspekten des menschlichen Lebens, die von den Massenorganisationen vernachlässigt und nicht befriedigt werden, größeren Spielraum einräumt." Zwar sind viele der von Kropotkin angeführten Beispiele inzwischen überholt, aber die Kommentierung durch den englischen Anarchisten Colin Ward durchaus aktuelle Bezüge her.
[Bearb.: js/rr]

Bearbeitungsstand: 28.03.1992



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Die DadA-Kritik: copy-and-paste-Syndikalismusforschung. Helge Döhring's bedenklicher Umgang mit Quellen

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