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Abteilung: Literatur

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DadA-Literatur, Dok.-Nr.: DA-L0000488

Linse, Ulrich
Die Anfänge der deutschen Ökologiebewegung. - In: Arch plus, H. 78 (1984), S. 59-65

ABSTRACT:
"Mit der parteipolitischen Formulierung des ökologischen Protest in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1977/79 hat "grünes", d.h. ökologisches Denken keinen Anfang genommen, sondern eine seit der Romantik bestehende geistige und zunehmend politische Bewegung hat sich erneut kraftvoll manifestiert. Kennzeichnend für deren Traditionslinie scheint insbesondere zu sein, daß sie einem alternativen Weltentwurf folgt, den man heute zusammengefaßt als "Ökopax" bezeichnet. Gemeint ist dabei die Anwendung ökologischen Gleichgewichtsdenkens auf ökonomische und soziale, innen- und außenpolitische Fragen. In diesem Beitrag werden die Traditionslinien des Ökopax, beginnend im 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart, nachgezeichnet. Dabei zeigt sich eine Kontinuität apokalyptisch-chiliastischer Denkmuster, deren Wurzeln zum Pietismus und Idealismus, zu Klassik und Romantik zurückführen. Die Dynamik der Ökopax-Bewegung speist sich seit jeher aus der Konfrontation traditionsverhafteten Denkens mit der Industrialisierung und deren Folgen. Um 1900 beginnt sich die Bewegung der (Groß-)Stadtflucht in vielfältigen lebens- und kulturreformerischen Bünden und Bewegungen zu organisieren. Der Erste Weltkrieg beschleunigte die Entwicklung der radikal "grünen" Bewegung. Ein Zusammengehen von Arbeiter- und Ökologiebewegung, teilweise unter Aufnahme des Naturschutzgedankens eingeleitet, scheiterte jedoch an den unreflektierten, romantisch- reaktionären Vorstellungen der "Grünen". Die damals von den Kontrahenten (Arbeiter-Anarchisten und Naturfreunde) eingenommenen Standpunkte haben bis heute nicht an Aktualität verloren. Dieses erweist sich an den gegenwärtigen Versuchen, ein Ökosozialismus-Konzept im Rückgriff auf die libertäre Tradition zu entwickeln und der Auseinandersetzung (ca. 1925) zwischen den Arbeitersyndikalisten und Paul Robien. Der Autor kommt zu dem Schluß, daß es das wesentliche Ziel eines neuen Ökosozialismus sein muß, die bereits in der Vergangenheit als fatal erkannte Verbindung von "Blut und Boden" im deutschen "Heimat"-Begriff durch eine überzeugende Synthese zwischen der ökologischen und der freiheitlich-sozialistischen Tradition aufzubrechen. (NG)" - [Quelle: SOLIS / ND: 850100399] Ergänzende Stichworte: Alternativbewegung; Ökoanarchismus
[Bearb.: js]

Bearbeitungsstand: 25.04.1992



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