Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA

Abteilung: Literatur

[Zur DadA-Startseite ]

[Alphabetische Titel-Liste]






DadA-Literatur, Dok.-Nr.: DA-L0000791

Schmück, J.
"Anarchie": Zur Geschichte eines Reiz- und Schlagwortes. - In: "Anarchie ist Gesetz und Freiheit ohne Gewalt". Uwe Timm zu 60. Geburtstag, Berlin (OPPO-Verlag) 1993, S. 7-23

ABSTRACT:
Kaum ein anderer politischer Begriff besitzt eine solch bewegte Tradition als Reizwort in der öffentlichen Meinung wie das Wort "Anarchie". Ursprünglich ein eher technisch verstandener Ausdruck zur Bezeichung von Führer- oder Herrschaftslosigkeit, diente das Wort schon bald den Mächtigen zur ideologischen Legitimierung ihrer Herrschaftsansprüche und später auch als rhetorischer Vorwand zur Diskreditierung und Kriminalisierung des politisch Andersdenkenden. // Ausgehend von einer historischen Betrachtung der unterschiedlichen Definitionen des philosophischen Begriffes "Anarchie", dokumentiert der Beitrag die sich wandelnde Bedeutung des Wortes, die Ende des 18. Jahrhunderts zum Entstehen des politischen diffamierenden Schlagwortes "Anarchist" führte. Daran anknüpfend folgt eine abschließende Darstellung des Anarchieverständnisses derjenigen Sozialphilosophen und politischen Denker, die Ende des 18. bzw. Mitte des 19. Jahrhunderts den Anarchismus theoretisch begründeten. Mit der Adoption des Begriffes "Anarchist" durch die anti-autoritären Sozialisten der Ersten Internationale und der damit einsetzenden Entstehung einer anarchistischen Sozialphilosophie treten das Wort "Anarchie" und die von ihm abgeleiteten Begriffe "Anarchist" und "Anarchismus" erstmals in einer historisch dynamischen Bedeutung zu Tage: Fortan wurde die Anarchie nicht nur als Utopie einer herrschaftsfreien Gesellschaft philosophisch bejaht, sondern auch politisch angestrebt. // Daß die Annahme dieses zumindest in der europäischen Neuzeit wenn auch nicht durchgängig negativ besetzten, so doch stets ambivalent verstandenen Begriffes keine so glückliche Entscheidung war, das belegen die periodisch in der anarchistischen Bewegung sich wiederholenden Rückbesinnungen auf Begriffe wie etwa libertärer Sozialismus und ähnliche Synonyme. [Autorenreferat] INHALT: 1. Der semantisch-philosophische Aspekt des Begriffes Anarchie / 2. Die Rezeption des Anarchiebegriffs in Deutschland / 3. Das politische Schlagwort "Anarchist" / 4. Das Anarchieverständnis der ersten Anarchisten.
[Bearb.: js]


[Siehe auch Online-Version des Textes: "Anarchie" - Zur Geschichte eines Reiz- und Schlagwortes]

Bearbeitungsstand: 16.10.1999



Band 1 der digitalen Bibliothek im DadAWeb jetzt online!

Die DadA-Kritik: copy-and-paste-Syndikalismusforschung. Helge Döhring's bedenklicher Umgang mit Quellen

Anmerkungen, Ergänzungen, Kritik sind erwünscht an: berlin@dadaweb.de. (c) Projekt DadA, Libertad Verlag Potsdam 2003.
Interessanter Titel - nur leider nicht mehr lieferbar? Versuch's mal bei Abebooks, der Suchmaschine für antiquarische Titel:
Autor:
Titel:
Verlag, Ort und Jahr:
Stichwörter:
Eigenschaften:
Erstausgabe Signiert


[Feld-Beschreibung] [Alphabetische Titel-Liste]
[Zur DadA-Startseite] [Impressum | Realisierung: WebFelix] [Übersicht Literaturdokumentation]