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DadA-Literatur, Dok.-Nr.: DA-L0001583

Nowicki, Hans
Von Max Stirner zur gegenwärtigen antipädagogischen Diskussion. - Zugl. Diplomarbeit am FB Erziehungswissenschaften der Univ. Dortmund (März 1995). - Dortmund: Edition Herwig Schmidt, 1995. - 118 S.
Bemerk.: Literaturverzeichnis u. Personenregister
3-930355-03-5

ABSTRACT:
INHALT: 1. Einleitung // 2. Zum Verständnis des Anarchismus eine historische Skizze anarchistischer Theoretiker und Theorien: 2.1. William Godwin (1756-1836) / 2.2. Pierre Joseph Proudhon (1809-1864) / 2.3. Michail Bakunin (1814-1876) / 2.4. Peter Kropotkin (1842-1921) / 2.5. Individualistischer Anarchismus / 2.6. Zur Geschichte anarchistischer Bewegungen (2.6.1. Die Machnobewegung in der Ukraine; 2.6.2. Die Kommune von Kronstadt; 2.6.3. Der Spanische Bürgerkrieg) // 3. Johann Caspar Schmidt (1806-1856): 3.1. Der Einzige und sein Eigentum (Reaktion und Rezeption) / 3.2. Stirners Egoismusbegriff und die Besessenheit / 3.3. Einzigkeit, Eigenheit, Freiheit / 3.4. Der Eigenwille / 3.5. Stirners Staatskritik / 3.6. Der Verein von Egoisten // 4. Antipädagogik des 20. Jahrhunderts // 5. Antipädagogische Aspekte in der Theorie des Anarchismus: 5.1. Antipädagogik bei Stirner / 5.2. Antipädagogik bei Walther Borgius / 5.3. Antipädagogik bei Friedrich Dobe / Exkurs: Der Stirnerianer Anselm Ruest / 5.4 Antipädagogik bei Olaf Asbach // 6 Anarchistische Aspekte in der Theorie der Antipädagogik / 7 Schluß \ Hans Nowicki versucht in seiner Studie die enge Beziehung zwischen den klassischen anarchistischen Ideen und den Theorien der modernen Antipädagogik aufzuzeigen. Er konzentriert sich dabei vor allem auf Autoren, die als "Basisdenker des Anarchismus und der Antipädagogik" verstanden werden können und als solche von der "Fachwelt" anerkannt sind. Besonders berücksichtigt werden in seiner Untersuchung die anarchistischen Theorien von Max Stirner und die antipädagogischen Konzepte von Ekkehard von Braunmühl. An den Beginn seiner Studie hat Nowicki eine Skizze der wichtigsten Theoretiker des traditionellen Anarchismus (Godwin, Proudhon, Bakunin und Kropotkin) und der historischen Höhepunkte der internationalen anarchistischen Bewegung (Russische Revolution 1917-1921 und Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939) gestellt. Daran anschließend werden die Ideen Max Stirners unter besonderer Berücksichtigung seiner Ansichten zu Erziehungsfragen dargestellt. Der Autor macht dabei deutlich, daß Stirner ausgehend von seiner anarchistischen Gesellschaftskritik im 19. Jahrhundert Positionen vertrat, die in vielen Punkten die moderne Antipädagogik des 20. Jahrhunderts antizipierten. Auch die sich an Stirner ideologisch orientierenden Repräsentanten des Individualanarchismus haben (wie die in der Studie berücksichtigten deutschen Libertären Walther Borgius, Friedrich Dobe, Anselm Ruest und Olaf Asbach) sich häufig bevorzugt mit Erziehungsfragen beschäftigten und sind dabei zu antipädagogischen Aussagen gekommen. Der Darstellung der anarchistischen Positionen folgt unter besonderer Berücksichtigung Ekkehard von Braunmühls eine kritische Beschreibung der Kernaussagen der modernen Antipädagogik. In seiner vergleichenden Untersuchung des Anarchismus und der Antipädagogik kommt Nowicki zu folgenden Schlußfolgerungen: Antipädagogische Gedankengänge durchziehen von jeher die Theorie des Anarchismus. "Die strikte Ablehnung jeder Form von Herrschaft deckt sich völlig mit der Einstellung der Antipädagogik, Herrschaftsverhältnisse gegenüber Kindern zu verwerfen. Konsequent zu Ende gedachter Anarchismus muß also die Antipädagogik in seine Theorie mit einbeziehen. Daraus kann aber umgekehrt nicht abgeleitet werden, daß ein Antipädagoge automatisch Anarchist ist. (...) ,Ein Antipädagoge kann, aus welchen Gründen auch immer, die Existenz eines Staates zur Regelung des menschlichen Gemeinwesens für notwendig erachten, in bezug auf Kinder hingegen jede Form von Herrschaftsausübung ablehnen. Allerdings ist die Geistesverwandtschaft von Anarchismus und Antipädagogik so groß, daß der konsequente Antipädagoge eigentlich ein klares Bekenntnis zum Anarchismus ablegen müßte. (...) Besteht nun aber ein inhaltlicher und gedanklicher Zusammenhang zwischen Antipädagogik und Anarchismus ... , dann könnte, ausgelöst durch die antipädagogische Diskussion der letzten Jahre, der Anarchismus zu neuer Aktualität gelangen. Unter der Voraussetzung, daß Staaten zum Erhalt ihrer Existenz Menschen mit Untertanengeist benötigen, und unter der weiteren Voraussetzung, daß frei aufgewachsene Kinder diesen nicht bzw. kaum entwickeln, könnte die Antipädagogik einen Beitrag dazu leisten, an den Grundfesten des Staatswesens zu rütteln. Für die Theorie des Anarchismus wäre sie somit eine attraktive Ergänzung."
[Bearb.: js]

Bearbeitungsstand: 29.05.1996



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