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Abteilung: Literatur

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DadA-Literatur, Dok.-Nr.: DA-L0002310

Scharfrichter der bürgerlichen Seele: Raoul Hausmann in Berlin 1900-1933. Unveröffentlichte Briefe, Texte, Dokumente aus den Künstler-Archiven der Berlinischen Galerie. - Herausgegeben und kommentiert von Eva Züchner. - Museumsausgabe. - Berlin; Ostfildern: Berlinische Galerie, Berlin u. Verlag Gerd Hatje, Ostfildern, 1998. - 532 S. und 160 Abb.

ABSTRACT:
(Klappentext:) "Mit diesem Auswahlband liegt ein großer Teil des Raoul Hausmann-Archivs der Berlinischen Galerie in publizierter Form vor. Bisher unbekannte Briefe und Texte des "Dadasophen" Raoul Hausmann, seiner Weggefährten Johannes Baader, Adolf Behne, Otto Freundlich, Werner Gräff, Franz Jung, Ludwig Mies van der Rohe, Laszlo Moholy-Nagy, Hans Richter, Franz Roh, Kurt Schwitters, Arthur Segal, Franz W. Seiwert, Jan Tschichold - und seiner Frauen Elfriede Schaeffer, Hannah Höch, Hedwig Mankiewitz, Vera Broïdo werden hier zum ersten Mal veroffentlicht, ausführlich kommentiert und mit zahlreichen Abbildungen illustriert. In den Dokumenten kommen Dada Zürich und Dada Berlin zur Sprache, Anarchismus und Zerstörung, Baubaus und Konstruktivismus, Fotografie, Fotomontage und Film, Optik und Optophonetik, Tanz und Männerkleidung, die utopischen Entwürfe einer biodynamischen Naturanschauung und biogenetischen Psychologie, die Welteislehre und die hieroglyphische Erschließung des Kosmos - und die Liebe mit all ihren Komplikationen und Qualen, aber auch in ihrer Banalität und Komik. Die weit gefächerte Thematik reflektiert die Erschütterungen und Leitgedanken des ersten Jahrhundertdrittels: das Desaster des Ersten Weltkriegs, die Suche nach einem neuen Menschenbild und nach neuen Formen des Zusammenlebens, den philosophischen Zusammenprall eines radikalen Subjektivismus und eines nicht minder radikalen Materialismus, die umwälzenden Entdeckungen der Psychoanalyse und der Physik und die Schatten, die der Nationalsozialismus vorauswirft. Raoul Hausmann, der 1920 Dada zum "Scharfrichter der bürgerlichen Seele" ernannt hatte, erscheint selbst als Scharfrichter sui generis, der die offizielle Politik, Kultur, Wissenschaft und die Künstlerkarrieren seiner erfolgreicheren Kollegen in der Weimarer Republik mit satirischer Schärfe verurteilt. Der störrische und unbequeme Einzelgänger entpuppt sich als ein Mensch und Künstler voller Widersprüche: ein Intellektueller, der dem Anti-Intellektualismus das Wort redet, ein von der Geschichte Geprägter, der durch die Rückkehr zur Natur dem Druck der Zivilisation entfliehen will, ein Agent provocateur und Bürgerschreck, der sich in den Zersplitterungen seiner Zeit nach einer der Wirklichkeit zugrundeliegenden Einheit sehnt, die die Welt sinngebend konstituieren möge, und der unerschütterlich an seinen Traum vom neuen Menschen festhält, der Leben und Kunst zu einer elementaren Einheit bringen wurde."
[Bearb.: js]

Bearbeitungsstand: 02.04.1998



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Die DadA-Kritik: copy-and-paste-Syndikalismusforschung. Helge Döhring's bedenklicher Umgang mit Quellen

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