Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA 

Abteilung: Periodika 1798 - 2001 ff.
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: DA-P0002089

müßiggangster

Untertitel: Kontemplationsblatt der Glücklichen Arbeitslosen
Herausgeber: Die Glücklichen Arbeitslosen
Redaktion: Sorn Jansen, Guillaume Paoli, Mila Zoufall
Ort: Berlin
Land: Deutschland
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1998) -
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1998), Nr.0 (Juni), 1 (Okt.)
Jg.[2] (1999), Nr.2 (Frühling)
Jg.[3] (2000), Nr.3 (Sommer)

Erscheinungsweise: unregelmäßig
Typographie: Offset
Format: DIN A5, ca. 32 S.
Beilagen: auch als Beilage zu: Sklaven Aufstand (Nr.0)
Bemerkungen: "Der müßiggangster ist eine Folgeerscheinung der 1996 entstandenen Schmähschrift 'Auf der Suche nach unklaren Ressourcen'. Damals schrieben wir: 'Der Glückliche Arbeitslose sagt laut, was jeder weiß', weil wir es annahmen. Heute hat es sich bestätigt. Wie oft schreibt man uns: 'Euer Text hat mir aus der Seele gesprochen'! Lange Zeit fragten sich die Leute, ob wir Spinner seien oder es ernst meinten. Jetzt beginnen sie zu verstehen, daß die Antwort lautet: weder noch.
[...] Der müßiggangster dient der ständigen Auffrischung der Pausen und Bewegungen der Glücklichen Arbeitslosen und bietet einen theoretischen Versammlungsplatz vor dem Hintergrund unseres wahren Lebens. Die Herausgeber des müßiggangster Null verstehen sich als Jäger und Sammler wichtigen und unwichtigen Gedankenguts, und zwar nicht zum Zwecke der Selbstdarstellung, sondern mit der Absicht der Anregung." (Nr.0, S.1)
Die Herausgeber wenden sich gegen kapitalistische Arbeitsethik und Leistungszwang und knüpfen damit an die von Peter-Paul Zahl in dem Buch "Die Glücklichen" im 9. Kapitel eingedruckte (fiktive) Zeitschrift "Der glückliche Arbeitslose" und deren zentrale Forderung: "Berufsverbot für alle! Eine jede, ein jeder arbeitslos! [...] Schluß mit dr Verdrehung aller Werte!" an.
"WER SIND DIE GLÜCKLICHEN ARBEITSLOSEN?
Weder eine Partei, noch eine Sekte, noch irgendeine fest organisierte Gruppe. Die glückliche Arbeitslosigkeit ist vor allem ein Zustand, der sein Konzept fördert. Die glücklichen Arbeitslosen sind Menschen, die arbeitslos und glücklich sind oder die gern arbeitslos und glücklich sein möchten. Dazu gehören auch diejenigen, die gern arbeiten (jaja, wir kennen welche), doch die Möglichkeit einer glücklichen Arbeitslosigkeit für andere unterstützen. Da unsere Bewegung erst neu entstanden ist, müssen wir noch ab und zu arbeiten und sind noch ab und zu unglücklich. Doch unser Ziel, das Leben in der glücklichen Arbeitslosigkeit zu verbringen, verfolgen wir mit der gebührenden Langsamkeit und mit ruhigem Fanatismus.
WIEVIEL SIND SIE?
Wir schätzen: ein paar Millionen in Europa. Nur haben viele ihr 'Coming out' noch nicht erlebt. Sie trauen sich nicht, laut und öffentlich zu sagen, was sie in ihrem tiefsten Innern empfinden. Gerade deshalb haben sich glückliche Arbeitslose nun entschieden, die Öffentlichkeit zu erobern.
WAS WOLLEN SIE ERREICHEN?
- Die gesellschaftliche Akzeptanz der glücklichen Arbeitslosen.
- Das Schaffen eines artgerechten sozialen Umfelds.
- Die Anhäufung von Angelegenheiten, bei denen sich glückliche Arbeitslose entdecken und treffen können.
- Das Experimentieren mit 'unklaren Ressourcen', um der Diktatur der Lohnabhängigkeit in die Flanke zu fallen.
- Die Umrisse einer neuen Lebensphilosophie, die die alte abendländische Moral des Unglücks, bzw. die Ökonomie, vollständig vernichten wird.
Anmerkung der Redaktion:
Die 'Glücklichen Arbeitslosen' geben auch eine kleine Zeitschrift heraus: Der müßiggangster. Gegen Angabe von Gründen und /oder Spende erhältlich bei:
Die Glücklichen Arbeitslosen, c/o Im Stall, Kastanienallee 84 10435 Berlin" (Espero (1999), Nr.21/22, S.30)

Anschrift: Die Glücklichen Arbeitslosen, c/o im Stall, Kastanienallee 84, D-10435 Berlin
Internet: http://www.diegluecklichenarbeitslosen.de/dieseite/seite/mg.htm
Standort: BdF Berlin: Nr.0; DadA Köln: Nr.0-1
Literaturhinweise: Wer sind die glücklichen Arbeitslosen? - In: Wildcat-Zirkular (1997), Nr.39, S.45-58
Quellen: Autopsie: Nr.0-1
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: libertäre Inhalte; anarchistische Tendenzen; Zeitschrift
Bearbeitungsstand: 18.04.2004

(c) Projekt DadA, Libertad Verlag Berlin, Köln & Potsdam 2001

Anmerkungen, Ergänzungen, Kritik sind erwünscht an: berlin@dadaweb.de oder koeln@dadaweb.de


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