Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA 

Abteilung: Periodika 1798 - 2001 ff.
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: DA-P0000918


Opposition und Ziel

Untertitel: Unabhängige Zeitung für militärische Neutralität, Abrüstung und freiheitlichen Sozialismus
Herausgeber: Oppo-Verlag GmbH, Köln
Redaktion: Redaktionsleiter und für den Inhalt verantwortlich: Peter Thoma - Stellvertreter: Karl Naske
Verlag: Oppo-Verlag, Köln
Druck: Kurt Pitzner, Marburg-Marbach
Ort: Köln
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1960) - Jg.3 (1962), Nr.6 (?)
Erscheinungsverlauf: Jg.1 (1960), Nr.1 (Okt.) - ?
Jg.2 (1961), Nr.1, 2
Jg.3 (1962), Nr.1 - 6 (Juni) (?)

Erscheinungsweise: monatlich
Auflage: 3000 - 10000
Preis: 0,50 DM; 1,90 DM (vierteljährl. Abonnement)
Typographie: Bleisatz; Repros; 5 Spalten (à 64 mm)
Format: 50,0 x 35,0 cm (Zeitungsformat); Satzspiegel: 32,0 x 47,0 cm, 6 S.
Vorgänger: Die Sammlung: Rundbrief der Sammlung zur Tat
Nachfolger: Ein Wort zur Bundestagswahl
Bemerkungen: Gegründet von den ehemaligen Herausgebern und Mitarbeitern der Zeitschrift "Die Sammlung" (s. Vorgänger). Zeitungsmäßig aufgemachte Zeitschrift, in der die innen- und außenpolitische aktuelle Berichterstattung in Gestalt von Artikeln und Meldungen dominierte. Im Innenteil häufig längere theoretische Beiträge.
Politisch kam in "Opposition und Ziel" ein breiteres Spektrum von Ideen zum Ausdruck, das von neutralistischen, nationalrevolutionären und unabhängig sozialistischen Tendenzen bis hin zu libertären Positionen reichte. Helmut Rüdiger schrieb in "OuZ" unter seinem Pseudonym Stefan Stralsund einen längeren Artikel zum Gedenken an Gustav Landauer (OuZ, Nr.2 [1961], S.4) und unter seinem Pseudonym Rodriguez verschiedene Artikel zur politischen Repression und Opposition in Spanien. Sepp Frey erinnerte in einem Nachruf an Erich Mühsam (OuZ, Nr.6 [1962], S.3) und Fritz Linow schrieb unter dem Kürzel "f.l." den Artikel: "Eine aktuelle Grundsatzforderung: Echte Demokratie gegen vermassende Demokratie" (OuZ, Nr. 1 [1962], S.6)
Die politischen Position der Herausgeber umriß K. Naske in dem 1964 herausgegebenen OuZ-Sammelband:
"Als Organ freiheitlicher Sozialisten erschien im Oktober 1960 [1961] erstmalig die Monatszeitschrift "Opposition und Ziel". Sie setzte sich für die Beendigung des Kalten Krieges ein, da die innerdeutschen Probleme nur durch eine Entspannung lösbar werden, und wies auf die sozial-ökonomischen Zusammenhänge des Wettrüstens hin. Dabei konnte sie auf eine Analyse des östlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems nicht verzichten. Das Ergebnis verneinte den ursächlichen Zusammenhang der Ost-Westspannung mit dem Gegensatz sozialistischer und kapitalistischer Systeme. "In Osteuropa und besonders in Mitteldeutschland besteht eine Wirtschaftsordnung", schrieb unsere Zeitschrift, "in der die Produktionsmittel von einer kleinen Minderheit nach eigenem Gutdünken verwendet werden. Da diese Minderheit souverän die Verteilung der Güter bestimmt, und zwar nicht weniger ungleich als der Privatkapitalismus, verachtet sie die wirtschaftlichen und sozialen Grundrechte der werktätigen Bevölkerung. Die sowjetische Staatswirtschaft, die in den vier Jahrzehnten ihres Bestehens die Ausbeutung nicht beseitigte und somit einen kapitalistischen Charakter hat, ließ eine neue Herrenschicht, eine Neobourgeoisie entstehen, deren Herrschaftsmethoden autoritär, also antisozialistisch sind. (...)
'Opposition und Ziel' hat die Denkergebnisse sozialistischer Theoretiker nicht als starre Formeln übernommen, um sie, den gewandelten Verhältnissen zum Trotz, zu verteidigen. Im Gegensatz zu den marxistischen Dogmatikern, die man als die utopischen Sozialisten unserer Zeit bezeichnen muß, bezog sie ihre Meinung über die Welt von heute nicht aus den sozialistischen Schriften des vorigen Jahrhunderts. Den Geist dieser Schriften hat sie allerdings nie verleugnet."
Zu dem Vorwurf ein vom Westen bzw. vom Osten finanziertes politisches "Tarnorgan" zu sein, schrieben die Herausgeber in einem "Rundbrief an die Leser":
"'Opposition und Ziel' wird von unserem Verlag finanziert, dessen geringes Kapital aus dem besteht, was einige freiheitliche Sozialisten als Entschädigung für ihre KZ-Haft erhalten und von ihrem Lohneinkommen erspart haben. Alle redaktionellen und kaufmännischen Arbeiten werden ohne Entgelt geleistet. Unsere Redaktion erledigt auch die Versandarbeit."
(Zit. aus: Naske: Es stand in 'Opposition und Ziel', S.5f.); (js)

Beiträger: Thoma, Peter; Gollwitzer, D. Helmut; Kantorowicz, Alfred; Schnurre, Wolfdietrich; Naske, Karl; Rüdiger (Pseud.: Stefan Stralsund u. Rodriguez), Helmut; Buchholz, B.; Besser, Joachim; Koch, Nikolaus; Bondy, Francois; Jarschel, Fr.; Klönne, Arno; Mendés France, Pierre; Frey, Sepp; Söhren, Peter; Steinweg, Rainer; Linow (f.l.), Fritz
Reprint: (in:) Karl E. Naske / Oppo-Verlag (Hrsg.): Es stand in 'Opposition und Ziel' (s.a. weiterf. Lit.), Köln o.J. [1964]
Standort: DadA Berlin: 1.1961 (Nr.1, 2), 2.1962 (Nr.1, 2, 5, 6) u. Separatdruck: Es stand in 'Opposition und Ziel'; FUZS Berlin: 1.1961 (Nr.1, 2), 2.1962 (Nr.1-3, 5, 6) + Separatdruck: Es stand in 'Opposition und Ziel', SIGN.: R 9 / Ordner: Neutralismus / Oppo-Verlag 1/2 (dort auch interne Dokumente [Schriftverkehr u. Geschäftsunterlagen] d. Redaktion v. OuZ u. d. Oppo-Verlages); IZF Dortmund: 1.1961 (Nr.1ff.); CIRA Lausanne: 1961: Nr.1-2, 1962: Nr.1-2, 4-6
Literaturhinweise: Es stand in 'Opposition und Ziel' - die Zeitschrift für freiheitlichen Sozialismus, militärische Neutralität und Abrüstung veröffentlichte u.a. folgende Artikel, Berichte, Kommentare. Hrsg.: Karl E. Naske. Köln: Oppo-Verlag, o.J. [1964]. 60 S. (bes. Vorbemerkung von Naske, S.5f., auf S.7: Foto d. Hrsg. bei d. Arbeit); Neue national-neutralistische Zeitung. - In: Studien von Zeitfragen (1961), vom 15.11., S.9; Neubildung in der deutschen Linken. - In: Studien von Zeitfragen (1962), Nr.16, S.2f.; "Es stand in Opposition und Ziel" (Rezension d. Buches). - In: Studien von Zeitfragen (1964), Nr.6, S.11; Ryschkowsky, Nikolaus J.: Die linke Linke. München-Wien, 1968. S.50 (Geschichte und Staat, Bd.129/130); In Memoriam Peter Thoma. - In: Studien von Zeitfragen - Links (1975), Nr.2-3, S.17
Quellen: Autopsie: 1961: Nr.1, 2, 1962: Nr.1-3, 5, 6 u. Separatdruck: Es stand in 'Opposition und Ziel'
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: anarchistisch
Bearbeitungsstand: 14.07.2001

(c) Projekt DadA, Libertad Verlag Berlin, Köln & Potsdam 2001

Anmerkungen, Ergänzungen, Kritik sind erwünscht an: berlin@dadaweb.de oder koeln@dadaweb.de


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