Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA 

Abteilung: Periodika 1798 - 2001 ff.
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: DA-P0001449


Der Einzige <Berlin u.a.>

Untertitel: Nr. 12 - 21/22 im Titelkopf ausgewiesen als: Mitteilungen der Gesellschaft für individualistische Kultur (Stirnerbund); ab 1921 (I. N.F.): Organ des Individualistenbundes; Auf d. Umschlag von H. 1., I. Folge (1921): "Nach Vereinigung mit dem 'Ich' (Wallenstein/Hamburg) als Organ des Individualistenbundes gedruckt."
Einzeltitel: Anstelle des nicht erschienenen 2. Jgs. wurden folgende drei Schriften von Mitgliedern des Individualistenbundes angeboten:
[1.] Neue Beiträge zur Stirnerforschung. Hrsg. von Rolf Engert. 1 Heft. Max Stirner: Über Schulgesetze (1834). Mit einer Einführung von Rolf Engert. (Verlag des Dritten Reiches) Dresden. Im Jahre 76 nach Stirners Einzigen (1920), 23 S.;
[2.] Cohn, Paul: Gemütserregungen als Krankheitsursachen. Berlin (Schweizer & Co.) 1912;
[3.] Hanko, Reinhard: Dissoziativismus. Eine genealogische Erkenntnistheorie. Berlin u. Leipzig (Rothschild) 1920, 87 S.;
[3a.] Ruest, Anselm (d.i. Ernst Samuel): Max Stirner. Leben - Weltanschauung - Vermächtnis. Leipzig (Hermann Seemann Nachfolger) o.J. (1907), 335 S.

Herausgeber: Anselm Ruest (d.i. Ernst Samuel) und (bis 1919) Mynona (d.i. Salomo Friedländer); ab 1921: Anselm Ruest
Körperschaften: Gesellschaft für Individualistische Kultur (Stirnerbund); Individualistenbund (ab 1921 (I. N.F.))
Verlag: Verlag Der Einzige, Berlin (ab Nr.25/26); Druckerei und Verlag Emil Krebs, Frankenhausen (ab I. Folge, H.1); Richters Druckerei Verlag, Berlin-Britz (ab H.III); Verlag Der Einzige, Berlin-Friedenau (ab II. Folge, H. 1); Verlag Der Einzige. Elynor Friedrich, Magdeburg u. Berlin (ab H. 3)
Druck: Druckerei und Verlag Emil Krebs (Kyffh.); Richters Druckerei Verlag
Ort: Berlin; Frankenhausen (Kyffh.); Berlin-Britz; Berlin-Friedenau; Magdeburg u. Berlin; Berlin-Wilmersdorf
Land: Deutschland
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1919) - Jg.7 (1925); ab dem 1. Juli 1919 mit der neuen stirnerianischen Zeitrechung: "1. Juli 75 n. St. E. (1919 a. Z.)" [= 75 Jahre nach Stirners (Veröffentlichung des) "Einzigen" (1919 alter Zeit)]; zwei Jahre später dominierte wieder die alte christliche Zeitrechnung: "1921 (77 n. Z.)"
Erscheinungsverlauf: Jg. [1] (1919), Nr. 1 (19. Jan.) - 15/16, 17 - 21/22, 23/24, 25/26, 27/28 (1. Nov.) (S. 1-336);
Jg. [2] (1920), nicht ersch., ersatzweise wurden 3 Schriften von Mitgliedern des Individualistenbundes angeboten (s. Einzeltitel);
Jg. 3, I. Folge (1921), H. I (Jan.) - H. VI (Okt.) (S. 1-200);
Jg. 6, II. Folge (1923/24), H. 1 (Jan.) - H.3 (Dez.);
Jg. 7, III. Folge (1925), H. 1- H. 2 (damit Erscheinen eingestellt).

Erscheinungsweise: wöchentlich (Nr.1-20); vierzehntägig (Nr.21/22-23/24); 3 Monate Unterbrechung, dann halbmonatlich; ab 1921 unregelmäßig (11 Hefte in 6 Jahren)
Format: 4°, 12 S. (Doppel-Nr. 24 S.), einspaltig; I. Folge: 3. Jahr (1921) 8°, 32-48 S., einspaltig; II. Folge: 6. Jahr (1923-1924), 8°, 16 S., einspaltig; III. Folge: 7. Jahr (1925), 8°, 20 S., einspaltig
Beilagen: Jede Nr. ein zumeist die letzten 4 S. des Heftes umfassendes und von Mynona redigiertes Beiblatt. Die Beiblätter des 1. Jgs. (1919) wurden von Nr. zu Nr. geändert: Der Exkaiser <1>; Der Unmensch <2,3>; Der Menschenfresser <4>; Das Glotzauge <5>; Das (andere) Glotzauge <6>; Die blonde Bestie <7>; Der göttliche Sauhirt <8>; Der Stockfisch <9>; Die selbstlose Mumie <10>; Das ideale Gespenst <11>; Der Familiensimpel <12>; Der windschiefe Tiger <13>; Die Magermilchstraße <14>; Der scrupulöse Biceps <15/16>; Der Philoso-Viehtreiber <17>; Der nachträgliche Asket <18>; Der Attrappist <19>; Der falsche Hase <20>; Der Beweg-Grundbesitzer <21/22>; Der gestirnerte Himmel <23/24>; Der deutsche Ichel <25/26>; Der schweinerne Gast <27/28>; Ab II. Folge (1923), H. 1 (?) - H. 2. mit dem Beiblatt: Der Komplizissimus: Ein Blatt für Humor und Satire. Unter Mitwirkung von Mynona (Salomo Friedlaender), hrsg. von Willy Bürger, weitere Texte von Hans Pieper und Peter Wespe (Blatt bisher nicht aufgefunden)
Nachfolger: geplant für 1938: Die Empörung
Bemerkungen: Individualanarchistische Zeitschrift mit anfänglich starker Anziehungskraft auf den deutschen Bohemeanarchismus. Laut Helms war "Der Einzige" eine "hervorragende Tribüne für berliner Literaten aus dem Umkreis des 'Cafés Größenwahn'". Alfred Kubin entwarf die Titel-Vignette des "Einzigen" und Paul Scheerbart, Victor Hadwiger, Iwan Bloch und Arthur Segal und die expressionistische Dichterin Bess Brenck-Kalischer steuerten für das Blatt Beiträge bei. Raoul Hausmann veröffentlichte im ersten Jahrgang des Blattes sein dadaistisches "Pamphlet gegen die Weimarische Lebensauffassung", das eine starke Affinität zu Stirners Philosophie des "Einzigen" aufweist. (Das Manifest endet mit den Worten: "Der Dadaist ist gegen den Humanismus, gegen die historische Bildung! Er ist wie Jeder Einzige: Für das eigene Erleben!!!") Engere Beziehungen unterhielten Ruest und sein Vetter Mynona auch zu Gottfried Benn und Bruno Taut. Mynona selbst steuerte zu den ersten 28 Nummern des ersten Jahrgang die satirischen Beiblätter bei.
Daneben erschienen im "Einzigen" eine Anzahl von Stirners Schriften, explizit individualanarchistische Beiträge wurden vor allem von Anselm Ruest und anderen Mitgliedern des "Stirner-Bundes" bzw. "Individualisten-Bundes" verfaßt. Ab Nr. 12 (6. April 1919) bis Nr. 27/28 (1. Nov. 1919) wurden in Form von Annoncen in der Zeitschrift "Mitteilungen der Gesellschaft für individualistische Kultur (Stirnerbund)" veröffentlicht. Zumeist waren diese Mitteilungen mit Gerhard Lehmann signiert und enthielten Veranstaltungshinweise bzw. Veranstaltungsberichte. So enthielten z.B. die "Mitteilungen" in Nr. 14 (S.167), die mit dem Untertitel "Erstes öffentliches Debut des Stirner selbst wieder in den lebendigen Tagesstreit der Meinungen rückenden Bundes" erschienen, einen Bericht über die Kundgebung der akademischen Gruppe des "Stirner-Bundes" am 11. April 1919 an der Berliner Universität. Am 1. Nov. 1919 (Nr.27/28) fand sich im "Einzigen" ein "Aufruf zur Selbst-Hülfe!", in dem es hieß: "Die Herausgeber ... haben sich mit mehreren Anderen ... zu einem Verein zusammengetan. Der Verein stellt, wie Stirner dies ausführlich gezeigt hat, die einzige praktisch zutreffende Form vor, in die das Ich, wie es leibt und lebt, eingehen kann, ohne sich selbst im mindesten ausgeben zu müssen. Wenn es nämlich ... in sie eingeht, [so] daß der Verein ... einem ganz bestimmten Zweck ... multiplizierte Mittel und Kräfte (und zwar gerade nur für diesen Zweck!), zur Verfügung stellen kann." Die Hauptaufgabe des Vereins sollte die Propaganda für Stirner durch die Zeitschrift und die Gründung von personalistischen Schulen sein. (Nach Helms, S. 569). 1921 erschien "Der Einzige" (vermutlich von Jan. - Febr.) in Zusammenlegung mit der von Wallenstein (Jack Friedland) in Hamburg herausgegebenen Zeitschrift "Ich".
Nach der Machtübernahme der Nazis gingen Mynona und Ruest ins französische Exil. Von Paris aus versuchte Ruest 1937 mit österreichischen Gesinnungsfreunden die Fortsetzung der Zeitschrift unter dem Titel "Die Empörung. Eine Zeitschrift für Mündige" zu organisieren. (s. Abdruck der Leitworte der geplanten Ztschr. in: Die Freie Gesellschaft, 4.Jg.[1953], Nr.40, S.28/140f.). Der Überfall Hitlers auf Österreich 1938 machte jedoch diese Pläne zunichte. Erhalten hat sich das Programm und die Ankündigung des Inhalts der ersten Hefte.

Beiträger: Autoren: Antibarbarus (d.i. Benedict Lach,mann); Walter Bähr, Otto Bahn-Höhne, Wolfgang Breithaupt; Alexander Bessmertny, Erich Bloch, Iwan Bloch, Bess Brenck-Kalischer, Paul Cohn, Daimonides (d.i. Edgar Firn), Albert Ehrenstein, Rolf Engert, Kurt Frank, Willy Frank, Salomo Friedlaender, Paul Friedrich, A. W. M. Funder, Stefan George, Ernst Goetz, Arthur Goldstein, Fritz Groß, Paul Gurk, Victor Hadwiger, Reinhard Hanko, Raoul Hausmann, Otto Herdieckerhoff, L[udwig] Hilbersheimer, E. F. Hoffmann, Arthur Kahane, Emil Kauder, Hugo Kersten, Gerhard Lehmann, Rudolf Leonhard, Ernst J. Levy, Walter Mehring, Alfred Richard Meyer, Christian Morgenstern, J. B. Neumann, Panarchos (d.i. Raoul Hausmann); Franz Pauli, Walter Petry, Hans Pieper, Jo Hanns Rösler, Ernst Roy, Anselm Ruest (d.i. Ernst Samuel), Udo Rukser, Eduard Saenger, Paul Scheerbart, Friedrich Schwangart, Arthur Segal, Heinrich Stadelmann, Fritz Stern, Rabindranath Tagore, Ewald Tscheck (auch unter dem Pseudonym: St. Ch. Waldecke), C. E. Uphoff, Curd Viereck, (u.a.).
Außerdem Texte von: Julius Bahnen, Henrik Ibsen, Friedrich Nietzsche, Oskar Panizza; Robert Schellwien, Friedrich Schiller, Max Stirner.
Graphiken von: Friedrich Engels, Lothar Homeyer, Max Krause-Friedenau, Alfred Kubin, H. C. Windisch.
Ständige Korespondenten im Ausland (im 1. H., 1921, genannt): Oskar Levy (London), Marcel Sauvage (Paris), Alberto Spaini (Rom), Victor Gross (St. Gallen), Roel Houwink (Zeist, Holland), Ludwig Bünger (Dänemark), Pierre Ramus [d.i. Rudolf Grossmann] (Wien)

Reprint: Der Einzige. Unaltered Reprint der Ausg. Berlin, danach Magdeburg, Berlin, Verl. Der Einzige, 1919 - 1925. Bd. 1/2. 1919/1925. 336 u. 356 S. Enth.: Jg.1. 1919, Nr. 1-28 u. Jg. 3. = Folge 1. 1921, H. 1 - Folge 3. 1925, H. 2 d. Orig. - Jg.2. 1920 bildeten 3 Einzelschriften. Nachwort von Hartmut Geerken. München: Kraus, 1980 [es fehlen die Seiten 94/95 von H.2 (1921), die nach Angaben des Verlags mangels existierender Originale als verloren gelten; ebenso fehlt das Beiblatt: "Der Komplizissimus", das bisher nicht nachgewiesen werden konnte.]
Standort: IML Berlin: 1919, 1921 (E), 1925 (E); Knoblauch Berlin: Reprint; THB Aachen: Jg. 1.1919 : SIGN.: Z 5896 u. F. 1.1921 - 3.1925 (L) : SIGN.: Z 5896; BFU Berlin: 1.1919=Jg.1 u. 2.1921/25=F.1-3 (als Repr. 1980. - Damit Erscheinen eingest.) : SIGN.: 24/81/2655; SBPK-PS Berlin: 1.1919 - F.3=7.1925 (Repr.1980) : SIGN.: Zsn 53125; IGA Bochum: 1921, H.1 u. Repr. : SIGN.: SZD 83; UB Bochum: 1.1919 - F.3=7.1925 (Als Repr. 1980) : SIGN.: ZGB 2892; SUB Bremen: 1.1919, F.1=Jg.3.1921 - F.3=Jg.7.1925 (Repr.1980) : SIGN.: z pol 056.9/863; FHIA Dortmund: 1923, H.1 mit Beiblatt; ULB Düsseldorf: 1.1919 - F.3=7.1925 : SIGN.: 30 / ger z e 300; UB Erlangen: Reprint; UB Essen: 1.1919 - 3.1925 : SIGN.: 11/07 Z 134; SUB Frankfurt a.M.: 1.1919(1980)-3,6.1921(1980). 2.F.1923/24(1980),1-3. 3.F.1925(1980),1-2. : SIGN.: Zs 15470; UB Freiburg/Brg.: Jg. 1.1919, 3.1921 - 7.1925 = F. 1-3 (Repr. 1980) : SIGN.: TZ 440; FGUB Hagen: 1.1919 - Folge 3.1925 : SIGN.: ZZH / EINZ; ULB Halle: 1925; UB Heidelberg: 1.1919 - Folge 3.1925 (Repr. 1980) : SIGN.: ZSA 4411 B; UB Konstanz: 1919 - 1925 (Repr. 1980) : SIGN.: pha 2/e 15; DB Leipzig: 1919-1925; UB Mannheim: 1.1919 - 3=7.1925 (Repr. 1980) : SIGN.: ZA 1796; DLA Marbach: 1919-1925; UB Paderborn: Jg. 1.1919 - F. 3=7.1925 : SIGN.: P 10/07 e 12; UB Siegen: 1.1919 - 3=7.1925 (Repr. 1980) : SIGN.: S 10-07 E 8; UB Tübingen: (1.)1919, 3.1921 - Folge 3.1925 (Repr. 1980) : SIGN.: Z E 289
ZDB-Ident.: 798636
Literaturhinweise: Berg: Avantgarde und Anarchismus, S.167, 190, 228, 238-239, 241-242, 355-356, 400, Anm.1; Botz/Brandstetter, S. 109, 159, XI (Abb. Titelseite Nr.27/28, 1919); Heisserer: Verschwinden und Erinnern, S. 82-84; Helms: Die Ideologie der anonymen Gesellschaft, S. 411-414, [515], [533ff.], [564-569], [571f.], [574f.]; Kast: Die Thematik des "Eigners", S. [37], 163f.; Kreuzer, S. 359; Lehner, S.182, 185, 219; Ruest, Anselm: Die Bilanz des I. europäischen Individualistencongresses, zugleich als Bilanz von zwei Jahren "Der Einzige". - In: Der Einzige. Das dritte Jahr (1921), H.1 (Jan.), S. 1-27.; Spitzegger, Leopold: "Gedankblatt für Dr. Anselm Ruest". - In: Die Freie Gesellschaft 4 (1953), Nr.40, S.28/140f.; Scholz: Pinsel und Dolch, S.324 (Anm.), 330, 337-352, 382, 413; Szittya: Kuriositätenkabinett, S. 158-161; Wienand: Der "geborene" Rebell, S. 347
Bibliographien: Dietzel/Hügel, Nr. 858; Eberlein, Nr. 4620; Eberlein (1996), Nr.7693; Periodika Arbeiterbewegung (BGA), Nr. 115; Raabe, Nr. 61, 94; Sankt Ziegensack, S. 145, 150, 427, 455, 468; Seywald, Nr. 231
Publikationsform: Zeitschrift
Libertärer Bezug: Dada-Bewegung; anarchistisch; Individualanarchisten
Bearbeitungsstand: 14.07.2001

(c) Projekt DadA, Libertad Verlag Berlin, Köln & Potsdam 2001

Anmerkungen, Ergänzungen, Kritik sind erwünscht an: berlin@dadaweb.de oder koeln@dadaweb.de


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