Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA Abteilung: Periodika 1798 - 2001 ff. | [Zur DadA-Startseite ] |
DadA-Periodika, Dok.-Nr.: DA-P0001610
Untertitel: Größte politische Wochenschrift des Ostens Nebentitel: Breslauer Tribüne. Wochenschrift für Politik, Kultur, Gesellschaft (mindestens 1. u. 2. Jg.) Redaktion: Max Gruschwitz u. Gerhard Speil Ort: Breslau Land: Deutschland Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1923) - Jg.11 (1933) Preis: Einzelverkauf 1926: 15 Pfg.; 1929: 20 Pfg. Vorgänger: Die Tribüne (Breslau 1914/15-1920/21) Bemerkungen: Zeitschrift mit anarchosyndikalistischen Tendenzen. Mitglieder der FAUD(AS), wie Alfons Pilarski, schrieben für das Blatt. Der Mitherausgeber Max Gruschwitz distanzierte sich nach eigenem Bekunden sowohl vom Anarchismus als auch von der Diktatur des Proletariats nach dem Muster der KPD. In seiner Reihe über anarchistische Persönlichkeiten (Folge 19 in Jg. 7, Nr. 22) schreibt er jedoch - in seinem Sinn - positiv über Mühsam und Ramus. Mit beiden war er anscheinend persönlich bekannt. Mühsam und Ramus klassifiziert er als "Herrenmenschen" (was er übrigens als positive Charakterisierung betrachtete). In einer Ausgabe polemisiert er beispielsweise über das national gesinnte Judentum, was insgesamt den Eindruck einer inhaltlichen Kurses abseits der politischen Kategorien "links" und "rechts" bestärkt. Das Blatt wurde anscheinend inhaltlich maßgeblich von Gruschwitz geprägt; im Vergleich mit Ferdinand Celine könnte er wohl wie dieser als anarchistischer Nihilist bezeichnet werden. Das Blatt selbst hatte also keinen primär libertären Charakter, obgleich sich im 4. Jg. Veranstaltungshinweise der FAUD finden. Im übrigen war die Zeitschrift komerziell orientiert (Werbung nahm eine ganze Seite ein). Es verband einen polemisierenden Boulevardstil auf gehobenen Niveau mit einem kulturellen Anspruch (Rezensionen von Theaterstücken nahmen einen breiten Raum ein). In den Ausgaben des 4. Jgs. finden sich auch Hinweise auf die Mitarbeit von Pilarski. Im 7. Jg. schreibt ein G. Berg Artikel über den "Bolschewistenkrieg in Berlin" und verfaßt ebenfalls Aufführungsbesprechungen von Berliner Theaterstücken. Es könnte sich hierbei um das Pseudonym von G. Wartenberg handeln. (Nach H. Rübner) Beiträger: Pilarski, Alfons; Berg, G. (d.i. Gerhard Wartenberg ?) Standort: IISG Amsterdam: 1926: Nr.40, 44, 1929: Nr.22 : SIGN.: ZF 51410 [Angaben unsicher]; SBPK-UL Berlin: 1929, 1932,März : SIGN.: 2 Ztg 1567; IML Berlin: Jg.2 (1924), Nr.4 : SIGN.: ZD 4287 u. Jg.5 (1927), Nr.33, Jg.6 (1928), Nr. 2, 4 : SIGN.: ZD 3970; FES Bonn: 5.(1927),44 : SIGN.: XX 1077 ZDB-Ident.: 1010655 Bibliographien: Protokoll vom 16. Kongreß der FAUD (1927), S.22; Rübner: Freiheit und Brot, S. 293 Publikationsform: Zeitschrift Libertärer Bezug: Anarcho-Syndikalismus; anarchistische Tendenzen Bearbeitungsstand: 14.07.2001
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